Der Odenwälder Schinderhannes

Um die Jahre 1802 bis 1810 konnte man die Freiheit als Hauptquartier der Odenwälder Räuberbanden bezeichnen.

Der bekannteste dieser Räuber war Johann Adam Heusner mit seinen Kumpanen Johann Adam Grasmann, genannt "der Große Samuel",
Georg Tascher und Jakob Erbeldinger.

Weiter südlich, im Badischen gab es noch die sogenannte Hölzerlipsbande, die ihr Unwesen aber auch bis in unsere Gegend ausdehnte und die Freiheit bestens kannte.

Bis die Bande 1814 zum Tode durch das Schwert verurteilt war, verübten sie über 130 Delikte, darunter 43 Überfälle.

Die Delikte bestanden meistens im Einstoßen eines Hausgefachs und dem Ausrauben der Speisekammer und etwaiger Wertgegenstände. Stellte sich ihnen jemand in den Weg, bekam er meistens arge Schläge.

Beliebtes Ziel der Ganoven waren Mühlen, Bauernhöfe und fahrende Händler.

Nach solchen Raubzügen, die oft mehrere Tage dauerten,
traf man sich in der Freiheit.

Dort wurde das Diebesgut in der Weise verteilt, daß die Tochter des Hauses sich auf einen Stuhl stellte und den jeweiligen Empfänger der Stücke ausrief.

Die damaligen Wirtsleute hatten ihren Vorteil darin, daß die Halunken sich nach einem erfolgreichen Beutezug äußerst freigiebig zeigten und ausgiebige Gelage feierten.

Somit kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, daß der Darmstädter Richter Brill mit der Inhaftierung und Verurteilung der Räuber der Freiheit ein schönes Stück Einkommen wegnahm.

Zum Glück sind unsere heutigen Gäste vor einem solchen Schicksal gefeit... !